
Wer schon einmal die Schorndorfer Kunstnacht besucht hat, der kennt die einzigartige Atmosphäre, die die ganze Stadt erfasst. Am 19. September ist es wieder so weit: Organisiert vom Kulturforum Schorndorf ist Kunst in einer Dichte und Vielfalt zu sehen, die jedes Jahr aufs Neue überrascht und zeigt, wie kreativ und lebendig die lokale Kunstszene ist. Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr sind auch wir wieder dabei unhttps://www.kulturforum-schorndorf.de/de/kulturforum/was-wir-machen/kunstnacht/d öffnen von 18 bis 23 Uhr unserer Türen für die Kunst.
In unseren Denkmalen stellen wir zwei in der Region bekannte Künstler vor: den Fotografen Gottfried Stoppel sowie den Bildhauer und Maler Aaron Antes.

Gottfried Stoppel, Gomel (Weißrussland), 2004, Fotografie. © Gottfried Stoppel
Im März 2004 und April 2005 begleitete Gottfried Stoppel als Fotograf Transporte lebenswichtiger Güter in die weißrussische Region um Gomel, nahe der Grenze zur Ukraine; sie gilt als eine durch die Atomkatastrophe von Tschernobyl am stärksten kontaminierte. Noch heute leiden die Menschen unter den Folgen des Super-GAUs.
Gottfried Stoppel nimmt den 40. Jahrestag der Reaktorkatastrophe am 26. April 1986 zum Anlass, Fotografien dieser Reisen zu zeigen, sein Titel: „Strahlendes Erbe. 40 Jahre nach Tschernobyl“. Die ergreifenden und zugleich beklemmenden Aufnahmen zeigen, dass Tschernobyl keine abgeschlossene Geschichte ist, die uns nichts mehr angeht, sondern eine Metapher über die technische Zivilisation und ihre Krisen.
Mit „Kopfbilder. Skulptur und Malerei“ ist die Ausstellung von Aaron Antes überschrieben. Sie nimmt ein Thema auf, das im Zentrum der künstlerischen Arbeit des in Karlsruhe geborenen Künstlers steht: der menschliche Kopf als Ort des Denkens, Fühlens und Erinnerns. Durch Verfremdungen, Brüche und spielerische Überzeichnungen entstehen Arbeiten, die den Betrachtenden nicht nur anschauen, sondern zum Nachdenken bewegen.
Fast jedes Werk trägt ein eigenes Thema in sich: Zerstörung, Entwicklung, Angst vor der eigenen Freiheit. Besonders eindrucksvoll ist Antes’ Auseinandersetzung mit Symbolen, die durch die Geschichte belastet sind: verfremdete Hakenkreuze, kaum mehr erkennbar, fordern dazu auf, über neue Erscheinungsformen alten Gedankenguts nachzudenken.

Aaron Antes, Kopf mit Schutzmaske (Skulptur 79), 2022, Holz. © Aaron Antes



