Genossenschaft

Die Gründung der Wohnbaugenossenschaft RemstalLeben eG steht am Beginn einer Dekade, in der ökologische, soziale und ökonomische Weichen gestellt werden, die weit in die Zukunft reichen. Anspruch und Verpflichtung unserer Genossenschaft ist es, den Zusammenhalt in unserer Gesellschaft zu stärken und konsequent das Klima und die Artenvielfalt zu schützen, damit nachfolgende Generationen weiterhin einen lebenswerten Planeten vorfinden.

Warum eine Genossenschaft?

Nicht umsonst wählen viele Wohnprojekte die Genossenschaft zu ihrer Rechtsform. Ganz einfach, weil die Ziele gemeinschaftlicher Wohnformen in den Prinzipien einer Genossenschaft bereits enthalten sind: Selbsthilfe, Selbstverwaltung, Selbstverantwortung und Demokratieprinzip.

Hinzu kommt das Gemeinschaftseigentum, was in dem Schlagwort „Mieter im eigenen Haus“ zum Ausdruck kommt. Zwischen „Wohneigentum bilden“ und „abhängigem Wohnen zur Miete“ gibt es einen dritten Weg, der sicheres, langfristig bezahlbares Wohnen bietet, ohne das Gemeinschaftsinteresse durch ein privatrechtlich geschütztes Wohneigentümerrecht beschränken zu müssen. Deshalb haben wir uns für ein gemeinschaftliches, genossenschaftliches Wohnprojekt entschieden.

Bild Seite Genossenschaft Remstal Leben Vorstadtstraße Schorndorf

Wie funktioniert eine Wohnbaugenossenschaft?

Eine Wohnbaugenossenschaft ist sowohl eine Selbsthilfeorganisation als auch ein Wirtschaftsunternehmen, das auf dem Markt bestehen muss. Wer eine Wohnung bei einer Genossenschaft beziehen will, muss je nach Größe der Wohnung Geschäftsanteile erwerben Mitglied und Miteigentümer des Unternehmens werden.

Der Unterschied zum Mieter wird auch sprachlich deutlich: man unterschreibt keinen Mietvertrag, sondern einen Nutzungsvertrag und statt der Miete zahlt man ein Nutzungsentgelt. Für das Nutzungsverhältnis gelten die gleichen rechtlichen Bestimmungen wie für ein Mietverhältnis. Wenn es um die Nebenkostenabrechnung geht, gilt das Mietrecht.

Im Gegensatz zum Mietvertrag sichert der Nutzungsvertrag jedoch ein lebenslanges Wohnrecht zu. Kündigungen wegen Eigenbedarf oder Verkauf der Immobilie gibt es nicht. Nutzungsentgelte steigen auch nicht mit den Preisen auf dem Wohnungsmarkt, sondern – da eine Genossenschaft kostendeckend und nicht gewinnorientiert wirtschaftet – nur wenn sich Betriebs- und Unterhaltungskosten tatsächlich erhöht haben. Ärger mit dem Vermieter wegen notwendiger Reparaturen erübrigt sich auch. Stattdessen ist jedes Mitglied mitverantwortlich für einen pfleglichen Umgang mit dem Genossenschaftsvermögen und der Vorstand ist beauftragt, für einen guten Erhaltungszustand zu sorgen.

Drei Kostengrößen

Genossen­schafts­an­teile

Wohnende Mitglieder erwerben Genossenschaftsanteile in Höhe von 1.700 € pro m2 Wohnfläche. Diese wohnungsabhängigen Anteile dienen als Eigenkapital bei der Finanzierung.

Bei Eintritt in die Genossenschaft ist eine Pflichteinlage von 500,- € fällig.

Monat­liches Nutzungs­ent­gelt

(„Kaltmiete“) resultiert aus:

  • Finanzierung (Zins + Tilgung)
  • Kosten für die Genossenschaft sowie
  • Rücklagen für Instandhaltung und Mietausfall

Die aktuelle Kostenschätzung liegt bei  einem Nutzungsentgelt von
ca. 13 € / m² Wohnfläche. Alle Beteiligten setzen sich aktiv dafür ein, dass diese Kosten / qm nicht überschritten, sondern möglichst reduziert werden.

Betriebs­kosten­umlage

(„Nebenkosten“) resultiert aus:

  • festen Betriebskosten (Grundsteuer, Versicherungen, Wartungen)
  • verbrauchsabhängigen Betriebskosten (Gas, Strom, Wasser)
  • der Gemeinschaft (Aufgaben, Angebot, Eigenleistung)

Wir rechnen mit dauerhaft geringen individuellen Nebenkosten für die eigene Wohnung sowie anteilig für die Gemeinschaftsflächen.

Rechenbeispiel „Bezug einer 50 m2 Wohnung in der Vorstadt“:

85.000 € Pflichteinlage in Genossenschaftsanteilen (1.700,- €/ m² Wohnfläche) – Rückerstattung bei Auszug
ca. 650 € monatliches Nutzungsentgelt (ca. € pro m2 Wohnfläche) und niedrige Betriebskostenumlage .